Notwendige Verteidigung – Frist verpasst

Das Bundesgericht heisst die Beschwerde einer kantonal verurteilten Person, deren Verteidigung eine Frist verpasst und deren Wiederherstellung nicht beantragt hatte (BGer 6B_1005/2025 vom 27.05.2026). Das Bundesgericht geht vom Grundsatz aus, dass Fehler des Rechtsbeistands seiner Klientschaft zuzurechnen seien, was m.E. im Strafprozess schon deshalb nicht haltbar ist, weil Rechtsbeistände – anders als im Zivilprozess – nicht Vertreter sind. Aber darauf kam es im vorliegenden Fall nicht an. Das Bundesgericht definiert die Zurechnungs-Ausnahmen wie folgt:

il doit s’agir d’un cas de défense obligatoire, le comportement de l’avocat relève de la négligence grave (“ grob fahrlässig „), est complètement faux (“ qualifiziert unrichtig „) ou encore totalement contraire aux règles de l’art (“ mit den Regeln der Anwaltskunst gänzlich unvereinbar „),

le préjudice subi ne peut pas être réparé par une action en dommages-intérêts et

le mandant a rendu vraisemblable qu’il n’avait commis aucune faute propre sans laquelle le défaut ne serait pas survenu (ATF 149 IV 196 consid. 1.2; 143 I 284 consid. 2.2.3 et les références citées; cf. également arrêt 6B_1367/2020 du 9 février 2021 consid. 3) [E. 1.3].

Es hat somit die Laienbeschwerde gutgeheissen und die Vorinstanz beauftragt, ihren Nichteintretensentscheid an diesen Kriterien zu messen.